WDR
Ruhrgebiets Oasen - Drei Siedlungen im Revier
Info, Gesellschaft + Soziales • 28.03.2025 • 21:00 - 21:45
Die ehemalige Zechenkolonie „Flöz Dickebank“ ist eine der ältesten Arbeitersiedlungen im Ruhrgebiet. Seit 2008 steht sie unter Denkmalschutz.
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Die Rheinpreußensiedlung wurde von 1897 bis 1905 um die Zeche Rheinpreußen in der damaligen Stadt Homberg (heute Stadtteil von Duisburg) als Siedlung für die Arbeiterfamilien gebaut.
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Die Siedlung „Ripshorster Straße“ entstand Anfang des 20. Jahrhunderts für die Zechenarbeiter der Gutehoffnungshütte in Oberhausen.
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Ein Haus in der ehemaligen Bergarbeiter-siedlung „Rheinpreußen“ in Duisburg Homberg früher und heute.
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Originaltitel
Hart umkämpft und heiß begehrt! - Zechensiedlungen im Pott
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Info, Gesellschaft + Soziales
Sie haben so schöne Namen wie Rheinpreussen, Flöz Dickebank und Ripse. Drei Siedlungen in Duisburg, Gelsenkirchen und Oberhausen. Sie sind in der Großstadt und trotzdem grün, überschaubar und man kennt die Nachbarn. Inmitten des so dicht besiedelten Ruhrgebiets herrscht in den ehemaligen Werks- und Zechensiedlungen schon fast dörfliche Idylle. Vor über einhundert Jahren sollten diese Siedlungen, fehlende Arbeiter in den Zechen und Betrieben und ihre Familien anlocken. Die Rechnung ging auf, aus ganz Europa kamen Menschen, um in den liebevoll gestalteten Häusern mit den dazugehörigen Gärten zu leben. Die Ruhrgebietssiedlungen waren ein Schmelztiegel für die verschiedenen Kulturen und sind es noch heute. In den 70iger und 80iger Jahren wollte man die mittlerweile in die Jahre gekommenen Siedlungen abreißen und moderne Häuser bauen. Da hatte man aber nicht mit der Gegenwehr der damaligen Bewohner gerechnet, die auf nachbarschaftlichen Zusammenhalt und ihr gewohntes Zuhause auf keinen Fall verzichten wollten. Dank Bürgerinitiativen, Mahnwachen und Hungerstreiks konnten in jahrelangen Kämpfen viele Siedlungen vor dem Abriss bewahrt werden. Es ist den Protestierenden von damals zu verdanken, dass sie nach dem Sieg über die alten Eigentümer selbst Hand angelegt haben und diese Siedlungen so lebenswert gestaltet haben, dass man darin leben möchte. Wer hier wohnt, meldet am besten gleich seine Kinder wieder an, damit sie die Häuser, wenn sie groß sind, übernehmen können.