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Der Hüter der Grabeskirche

Info, Kirche + Religion • 10.03.2026 • 23:05 - 23:55 heute
 Kreuz auf einer Kirche in Jerusalem.
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 Westmauer in Jerusalem.
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Originaltitel
Der Hüter der Grabeskirche
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2026
Info, Kirche + Religion
Ein muslimischer Schlüsselträger für das wichtigste christliche Heiligtum: Seit etwa 800 Jahren bewacht die Familie Nuseibeh die Tore der Grabeskirche in Jerusalem. Doch kann diese einzigartige Tradition überleben, wenn die junge Generation andere Lebenspläne hat? Die von Metafilm im Auftrag des ORF realisierte "kreuz & quer"-Neuproduktion "Der Hüter der Grabeskirche" – zu sehen am Dienstag, dem 10. März 2026, um 23.05 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON – ist mehr als die Dokumentation eines Generationenwechsels. Es ist die Geschichte eines außergewöhnlichen Brauchs, der von Respekt und Achtung zwischen den Religionen erzählt – und die bewegende Frage, ob diese Tradition in unserer Zeit überleben kann. Ein Film, der zeigt: Friedliches Zusammenleben zwischen Religionen und Kulturen ist möglich. Jerusalem, jeden Tag das gleiche Ritual: Der 75-jährige Wajeeh Nuseibeh öffnet am Morgen das Tor der Grabeskirche und behält die zahlreichen Besucherinnen und Besucher des heiligsten Ortes der Christenheit im Blick. Am Abend schließt er es wieder. Seit mehr als vier Jahrzehnten erfüllt er diese Aufgabe mit großer Hingabe. Er vermittelt zwischen zerstrittenen christlichen Konfessionen, achtet auf angemessenes Verhalten der Besucher und ist fester Bestandteil aller bedeutenden christlichen Feierlichkeiten. Eine Verantwortung, die seine muslimische Familie bereits seit der Eroberung Jerusalems durch Saladin im 12. Jahrhundert trägt. Doch nun denkt Wajeeh ans Aufhören. Er ist alt, die Kraft lässt nach. Ein Nachfolger muss her – und genau das ist das Problem. Sein Sohn will die Aufgabe nicht übernehmen, die jungen Familienmitglieder zieht es hinaus in die Welt. Das moderne Leben mit Smartphone, Social Media und Co beeinflusst auch die traditionsreiche Familie Nuseibeh. Zudem haben die vielen Kriege in der Region ihre Spuren hinterlassen: Nur noch wenige Männer der Familie leben überhaupt in Jerusalem. Die TV-Dokumentation begleitet Wajeeh Nuseibeh bei seiner Suche nach einem Nachfolger – eine Suche, die die ganze Familie einbezieht. Die Reise führt in das palästinensische Jerusalem, zu Verwandten – Cousins, Neffen, Nichten, Kindern und Enkelkindern – nach Jericho. Dabei entfaltet sich die faszinierende Geschichte einer Familie, deren Urahnen schon an der Seite des Propheten Mohammed gekämpft haben sollen und die bis heute als Gelehrte, Politiker, Unternehmerin und Ärzte hohes Ansehen genießen. Der Film gibt seltene Einblicke in das christliche und muslimische Leben in Jerusalem und erzählt von den Spuren, die der Nahostkonflikt in der Familie hinterlassen hat: von Vertreibung ohne Aussicht auf Rückkehr, aber auch vom unermüdlichen Einsatz für eine friedliche Lösung und freundschaftlichen Beziehungen zu allen politischen und religiösen Lagern.